MAYDAY 2022

MAYDAY 2022

1.MAI 16h Votivpark / Sigmund Freud Park

#Mayday22 #prekär #wien

Aufruftexte

Kinderblock: https://www.mayday.jetzt/index.php/2022/04/25/aufruf-kinderblock/

Jugendrat: https://www.mayday.jetzt/index.php/2022/04/25/aufruf-jugendrat/

Plattform Radikale Linke: https://www.mayday.jetzt/index.php/2022/04/25/aufruf-plattform-radikale-linke-22/

Aufruf Clubworkers: https://www.mayday.jetzt/index.php/2022/04/26/aufruf-clubworkers/

Interview bei Radio Widerhall

Beteiligte Gruppen / Aufrufende Gruppen:

Aufrufen zur Demonstration tun gemeinsam die folgenden Gruppen / the following organisations and groups are calling to join the demonstraiton

4lthangrund für Alle https://www.4lthangrund.jetzt/
Aufstand der Alleinerziehenden alleinerziehen.netzwerk@gmail.com
der Jugendrat https://derjugendrat.at/
IG Club Kultur https://www.clubkultur.org
Infoladen Bibliomediatake https://infoladen.kukuma.org/
Kultur for President https://soundcloud.com/kultur-for-president
ÖH Uni Wien https://oeh.univie.ac.at/
Plattform Radikale Linke https://radikale-linke.at/de/home/
Riders Kollektiv https://www.riderscollective.at/
Seebrücke Wien https://seebruecke.org/lokalgruppen/wien/
System Change, not Climate Change https://systemchange-not-climatechange.at

Heraus zum 1. Mai! 

Krisengewinner*innen?

Der 1.Mai steht seit 1890 für den weltweiten Zusammenhang aller Arbeitnehmer*innen und Lohnabhängigen. Basis war die Einsicht, gemeinsam mit der großen Mehrheit der Menschheit auf der Seite der Verlierer*innen zu stehen, sprich ausgebeutet zu werden und sein Leben nicht in Würde und Selbstbestimmung leben zu können. Daraus entstand politischer Optimismus, Kraft für soziale Auseinandersetzungen, die unser aller Leben verbessert haben (allgemeines Wahlrecht, Urlaubsanspruch, Krankenversicherung, Arbeitszeitverkürzung, uvm.). Heute hingegen denken viele Arbeitnehmer*innen: „Ich gehöre zu den Gewinner*innen, mir geht’s im Vergleich immer noch besser!“

no future?

Doch woher kommt gegenwärtig die schlechte Stimmung, das reale Gefühl, dass alles teurer, korrupter, anstrengender, unverständlicher wird? Aus dem Fortschrittsoptimismus der 1970er: „Es geht uns allen gut“ wurde: „zumindest vielen“ wurde: „zumindest mir und meiner Familie“. Warum? Weil wir es mit der Angst zu tun bekommen haben, dass es bald nur mehr ein paar wenigen gut gehen könnte.

Wenn im Klassenerhalt alle wie wahnsinnig um die Wette laufen, wird es unbequem! Zuerst kommen manche Bekannte, einige Freunde und als Nächstes vielleicht du selbst unter die Räder. Die soziale Ungleichheit nimmt extrem zu. Zentrale gesellschaftliche Versprechen können nicht mehr eingelöst werden und kollektive Träume sind zerplatzt. Sich das Ende der Welt auszumalen scheint mittlerweile realistischer als eine bessere Zukunft: Stichwort Klimakatastrophe, Pandemien, neue globale Konflikte und Kriege, Wirtschaftskrisen und Hyperinflation.

Geist des 1.Mai!

Inmitten von Angst können wir nicht klar denken. Der Geist des 1. Mai ist das Gegenmittel. Der 1. Mai steht für das Einfache, das schwer zu machen ist – für eine globale solidarische Alternative: die klassenlose Weltgesellschaft. Wenn Utopien sterben, übernehmen Dystopien ihren Platz. Jetzt mal ehrlich, in welchem real gewordenen Film würdest du mitspielen wollen: Zombie-Apokalypse oder Liebesgeschichte?

Blicken wir auf positive Entwicklungen: Im Homeoffice vermissen wir das Büro nicht und wollen bei vollem Gehalt mehr Freizeit. Wir sind es uns Wert! Beim Überstunden-schieben ist uns das anerkennende Klatschen egal. Wir wollen nachhaltige Arbeitsbedingungen oder die Kündigung! Arbeitslosigkeit hat das Stigma der Selbstverschuldung verloren. Wir gönnen sie uns (falls wir die Möglichkeiten dazu haben)! Instagram, twitter oder tic toc sind kein Ausgleich für reale Kontakte, sie machen uns nervöser und unzufriedener. Wir brauchen menschliche Empathie! Im Lockdown gehen wir raus in die Natur, weil unsere Wohnungen zu teuer, zu klein sind. Wir fordern leistbares Wohnen und eine intakte Umwelt!

Reale Utopie!

Nach zwei Jahren Pandemie sehen wir vieles klarer, jetzt ist es Zeit aktiv zu werden. In Wien regt sich Widerstand gegen die Kapitulation vor der Klimakrise, gegen den Ellbogenkampf der Individuen, gegen Aufrüstung und Krieg. Für ein besseres Leben für alle!

Weltweit gehen am 1. Mai viele Menschen gemeinsam auf die Straßen. Die Vielfalt der Anliegen ist keine Schwäche, sondern unsere Stärke. Wir teilen denselben Horizont. Vielleicht auch mit Dir? Mut zur Utopie! Denn so wie es ist, wird es nicht bleiben. Tausche dich aus, stelle Fragen, organisiere dich. Solidarisch durch die Krisen, hin zu einer besseren Welt!

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Out on 1 May! 

Winners of the crisis?

Since 1890, May Day has stood for the worldwide connection of all workers and wage dependents. The basis for this was the realisation that, together with the vast majority of humanity, we are on the side of the losers, in other words, we are exploited and cannot live our lives in dignity and self-determination. This gave rise to political optimism, strength for social struggles that improved all our lives (universal voting rights, holiday rights, health insurance, reduction of working hours, etc.). Today, on the other hand, many workers think: “I’m one of the winners, I’m still doing better in comparison!

no future?

But where does the current bad attitude come from, the real feeling that everything is becoming more expensive, more corrupt, more exhausting, more incomprehensible? The progress optimism of the 1970s: “We are all doing well” became: “at least many” became: “at least me and my family”. Why? Because we have come to fear that soon only a few will be doing well.

When everyone is running around frantically to keep up their class, it becomes uncomfortable! First, some acquaintances, some friends, and next, perhaps, you yourself, come under the wheels. Social inequality increases dramatically. Central social promises can no longer be kept and collective dreams are shattered. Imagining the end of the world now seems more realistic than a better future: key words: climate catastrophe, pandemics, new global conflicts and wars, economic crises and hyperinflation.

Spirit of May Day!

In the midst of fear we cannot think clearly. The spirit of May Day is the antidote. May Day stands for the simple that is hard to do – for a global alternative of solidarity: the classless world society. When utopias die, dystopias take their place. Let’s be honest, in which film that has become real would you want to be in? Zombie apocalypse or love story?

Let’s look at positive developments: In the home office, we don’t miss the office and want more free time with full pay. We are worth it! When it comes to pushing overtime, we don’t care about the appreciative clapping. We want sustainable working conditions or we want to quit! Unemployment has lost the stigma of self-infliction. We allow ourselves to have it (if we have acces towards unemployment payment)! Instagram, twitter or tic toc are no compensation for real contacts, they make us more nervous and dissatisfied. We need human empathy! In lockdown we go out into nature because our flats are too expensive, too small. We demand affordable housing and an intact environment!

Real utopia!

After two years of pandemic we see many things more clearly, now it is time to become active. In Vienna, resistance is rising against the capitulation to the climate crisis, against the elbow war of individuals, against armament and war. For a better life for all!

All over the world, many people take to the streets together on 1 May. The diversity of concerns is not a weakness but our strength. We share the same horizon. Maybe also with you? Courage for utopia! Because things will not stay the way they are. Exchange ideas, ask questions, organize yourself. In solidarity through the crises, towards a better world!


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