MAYDAY! MAYDAY! Kinder-Wagen-Block

Am 1. Mai machen wir uns wieder auf, gegen prekäre Arbeits- und Lebensverhältnisse, für freien Bildungszugang, Bewegungsfreiheit für alle und noch mehr ein starkes Zeichen zu setzen. Aber auch unsere Kinder sind schon direkt oder indirekt von prekären Lebensverhältnissen betroffen. Deshalb ist es wichtig, solidarisch auch für ihre Rechte einzustehen.

Eltern mit prekären Arbeitsbedingungen haben oft noch mehr Schwierigkeiten berufliche Verpflichtungen und Zeit mit den Kindern unter einen Hut zu bringen. Gerade in prekären Verhältnissen wird der Mangel an Krippenplätzen oft zum besonderen Problem. Ein Recht auf Krippenplätze gibt es nur für jene mit Normalarbeitsverhältnissen; geringfügig Beschäftigte, Studierende und ähnliche werden nachrangig behandelt. Am Absurdesten ist das bei Erwerbsarbeitslosen: Eigentlich sollen sie dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen, um Anrecht auf einen Krippenplatz zu haben brauchen sie aber ein Beschäftigungsverhältnis.

Die Qualität der Betreuung ist in der öffentlichen Debatte um Kinderbetreuung meist gar kein Thema. Selbstermächtigung, Soziales Lernen und individuelle Förderung sind kaum, Zeit für Austausch zwischen BetreuerInnen und Eltern, nur zwischen Tür und Angel möglich. So fordert auch das Kollektiv Kindergartenaufstand – ein Zusammenschluss aus PädagogInnen und BetreuerInnen – kleinere Gruppen, mehr Vorbereitungszeit und bessere Bezahlung. Diese Forderungen und Bedürfnisse treffen sich mit jenen der Eltern und Kinder. Bessere Betreuungsverhältnisse bedeuten auch bessere Arbeitsverhältnisse und umgekehrt. Und der Stress geht weiter: Die richtige Volksschule sollte gewählt werden, damit das Kind eine tolle Bildungsbiographie aufweisen kann und später auch sicher einen der begehrten unbezahlten Praktikumsplätze erhält.

Außerdem fordern wir mehr Raum für Kinder. Gerade in der Stadt ist die Bewegungsfreiheit von Kindern stark eingegrenzt. Überall Beton, und die Betonwüste wächst jährlich weiter. Aber auch Autos (deren Anzahl ebenfalls steigt) schränken ihren Bewegungsraum stark ein. Das Problem der nicht vorhandenen Bewegungsfreiheit hört nicht an den Grenzen der Stadt auf. Auch Kinder sind immer wieder von Abschiebungen betroffen, Familien werden getrennt oder, wie erst kürzlich, die Familie wird abgeschoben und ein Minderjähriger zurückgelassen, weil er gerade nicht zu Hause war. Und sogar als Zielscheiben dienen unsere Kinder. So gab es wiederholt Vorfälle bei denen auf Kinder geschossen wurde. Schüsse auf spielende Kinder am Spielplatz: weil sich jemand durch den „Kinderlärm“ gestört fühlte; aber auch von ihrem angeblicher Freund und Helfer, der Polizei. Eine weit angelegte Sensibilisierungskampagne ist notwendig sowie das Verbot für PolizistInnen Waffen zu tragen.

Da es auch in linken Räumen und Strukturen nicht immer leicht ist mit Kindern (Rauch, keine Barrierefreiheit, Hunde, Lärm), wollen wir mit unserem Block nicht nur politischen Anliegen einen Platz geben, sondern auch einen geschützten Raum für Kinder auf der Parade schaffen. Wir sorgen für Getränke und Wechselgewand und für Spiel und Spaß. So soll es Luftballons, Seifenblasen, Straßenkreiden, Schminken, eine mobile Vorleseecke und Besuche der Clowns Army geben.

Kommt hin, mit oder ohne Kinder, bringt euch ein! Drückt euch aus, bleibt nicht z´Haus!!!
TREFFPUNKT: 1. Mai, 14 Uhr, Wallensteinplatz / Karl-Meißl-Straße bei der Osteria Allora1200 Wien
~MAYDAY! WIEN 011Alle Infos: http://mayday-wien.org

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